Remember, remember

#OccupyAustria in Wien

Der Heldenplatz hat ja schon so Einiges erlebt. Und so wie es Geschichte und Geschichten in unterschiedlichen chemischen Zusammenseztzungen und Konzentrationen dorthin geregnet hat, so unberechenbar ist die politische Stimmung in Wien. Es ließ sich also nicht vorhersagen, wieviele Teilnehmer sich zu diesem “ersten intergalaktischen Protesttag” (Originalversprecher aus dem Deo-Kontext) zusammenfinden würden - 50, 500 oder 5000? Halb ein Uhr nachmittags packte mich die Neugier so dass ich los zog. Dabei bin ich eigentlich ein Demonstrationsmuffel. Am Heldenplatz waren immerhin an die 150 Leute im Redekreis, in welchem jeder per Megafon das Wort ergreifen konnte und sagen durfte, was er wollte, solange er wollte. Die Qualität war unterschiedlich, aber die Sonne schien und das gehört dann eben auch dazu. Dass Leute einfach so das Wort ergreifen und man ihnen zuhört, ist man nicht mehr gewöhnt. Da wird auf nicht so eloquent-geschulte Weise dennoch viel artikuliert, was man sich auch so in etwa gedacht hat und das allein schon, war für mich sehr erbaulich. Dies war der erste von insgesamt drei geplanten Programmpunkten dieses ereignisreichen Tages. Irgendwann der Beschluss, dass man sich nun gen Westbahnhof aufmachen wolle und werde, via Abstimmung. So zog die Truppe, dann via Maria-Theresien-Platz, Museumsquartier auf die Mariahilferstraße zum Sammelpunkt. Dort dann einige Reden, die Akustik war nicht besonders gut und irgendwie ist sowieso schon Alles gesagt worden. Die KPÖ war hier präsent mit ihren grauhaarigen politerprobten Kämpfern, die ansatzweise ungehalten mit den Füßen scharrten, weil die Weltrevolution gar nicht schnell genug in Gang kam.


Die syrische Community war zugegen und forderte Freiheit für Syrien. Einige AKW-Gegner ergriffen von Zeit zu Zeit das Wort. Überhaupt war die Umwelt oft ein Thema, denn die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen gehört zusammen. Sowohl beim kleinen (zum Westbahnhof) wie auch beim großen Marsch (vom Westbahnhof weg) über die Mariahilferstraße, so muss ich doch sagen, hatte ich das Gefühl, dass die Passanten die buntgemischte Truppe mit Sympathie bedachten. Bis auf einige Neunmalkluge (“In einem Monat werdet ihr nicht mehr wissen, wofür ihr hier demonstriert habt.” - Originalzitat eines Passanten auf der Mariahilferstraße) bot sich Wien ungewohnt unchauvinistisch und offen für Spontan-Diskussionen.

Nun sind ja aber auch die Parolen, die da zu lesen waren etwas, womit sich vielleicht fast jeder irgendwie identitifieren kann. Auch in den Claims fand Alles andere als das erprobte Politgewäsch: Den Spruch “Komm mit - wir retten jetzt die Welt vor den Banken” könnte man als naiv bezeichnen. Auch fehlten charismatische Top-Redner. Dennoch artikulierte sich eine dezentralisierte Masse. Dass die Bewegung zu wenig Profil und Programm bei zuviel Party habe, wird ihr vorgeworfen, dennoch glaube ich nicht, dass Revolutionen unbedingt mit einem 100-Seitigen Strategiepapier beginnen müssen. Köpfe, Papiere und Organisationen machen verletzbar. Weltweit gab es friedliche Proteste dieses globalen Aktionstages. Dabei zeigt sich erneut, wie der Medienmob funktioniert, indem Rom mit seinen brennenden Autos in den Brennpunkt des blutgierenden Interesses gerät - wir die “Spaßguerilla” hatten jedenfalls nichts Derartiges zu bieten. Inzwischen wird nun in den Nachrichten oft und gerne betont, dass nicht nur Krawallinskis Teil der Bewegung sind, sondern ganz normale Menschen aus der so genannten Mitte der Gesellschaft. Wenn auch Herr Gauck das Alles ganz albern findet, so lässt sich doch sagen, dass ein Anfang gemacht worden ist, der die Möglichkeiten zivilen Handelns zeigt. In Wien ist ein Resultat, dass #unibrennt qua Hausbesetzung per 15. Oktober wieder neue Kraft bezogen hat.

Robert Hughes investigating the art hype

time is money - the profit of a microsecond

What is high-frequency trading?

Don DeLillo, Cosmopolis

Roman über die Welt der Finanzmärkte. Siehe auch DeLillos Roman “Players” (1977).

Lokalnachrichten aus München und Umgebung
Sendling: Gewohnheitseinbrecher stiehlt Sparschwein

Einem altbekannten 51-jährigen Deutschen konnte nun über AFIS ein weiterer Einbruch nachgewiesen werden.

Er hatte es in der Nacht von Montag, 14.06.2010, auf Dienstag, 15.06.2010, auf eine Arztpraxis abgesehen. Nachdem er die rückwärtige Eingangstür aufhebelte, gelangte er in die Praxis eines Allgemeinarztes. Dort öffnete er zwei Schubfächer und entnahm daraus eine Wechselgeldkasse und das Sparschwein der Mitarbeiter.
Mit seiner Beute (Bargeld-Inhalt: insgesamt 120 €) verließ er den Tatort.

Eine gesicherte Fingerabdruckspur konnte nun zweifelsfrei dem 51-Jährigen zugeordnet werden.

Wie in vorangegangenen Fällen auch, will er sich zur Tat nicht äußern.

Quelle: Polizei Bayern

die Dollies … die Kabelträger … der Duckwalk; Roll over Beethoven, Chuck Berry

(Quelle: youtube.com)

Virales Marketing am Besipiel “Dove” - veranschaulicht den Umgang von Unternehmen mit dem Web 2.0 

(Quelle: youtube.com)

Statler Brothers, Flowers on the wall, 1966

Countin’ flowers on the wall 
That don’t bother me at all 
Playin’ solitaire till dawn with a deck of fifty-one 
Smokin’ cigarettes and watchin’ Captain Kangaroo 
Now don’t tell me I’ve nothin’ to do…

(Quelle: youtube.com)

amerikanischer Geldschein, 1779 mit ‘Herkules, der den nemëischen Löwen bändigt(?)’ auf der Rückseite

amerikanischer Geldschein, 1779 mit ‘Herkules, der den nemëischen Löwen bändigt(?)’ auf der Rückseite

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“The Little Man Theme”

NIGHTNIGHT by DEDDY